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Windows NT 4.0

Betriebssystem von Microsoft für professionellen Einsatz, hier erstmals installiert 1998. Setzt nicht auf MS-DOS auf, ein Textfenster für MS-DOS-Eingaben lässt sich aber aufrufen.
(GUI = Graphical User Interface)

Nachfolger: Windows 2000, Windows XP, Windows Vista, Windows 7, Windows 8 bzw. 8.1, Windows 10

Informationen über das System

Start -> Systemsteuerung -> System

Allgemein: RAM
Benutzerprofile: Server-gestützt (Achtung: Die Benutzerprofile werden bei jedem Sitzungsbeginn vom Server auf den lokalen PC kopiert und am Sitzungsende zurückkopiert. Das kann sehr lange dauern, besonders, wenn es sich um sehr viele bzw. große Dateien handelt - z.B. Browser-Cache! Hier werden die Benutzerprofile verworfen!)
Umgebung

Ländereinstellungen: Start -> Systemsteuerung -> Region

Währung (Euro), Dezimalpunkt (default: Komma für Deutschland).

Arbeitsplatz (Icon: Doppelklick mit linker Maustaste)
zeigt u.a. die verfügbaren Laufwerke an ("Explorer-Fenster"), z.B.:

A: ggf. 3 1/2" Diskette ("floppy disk", HD: 1.4 MB)
C: lokale Festplatte (Partition, z.B. 40 GB) mit Betriebssystem und Anwendungsprogrammen
D: Festplattenpartition mit Windows XP
E: DVD-Laufwerk
P: software auf "liebig" (via Netz: \\liebig\software)
S: scratch auf "liebig" (via Netz: \\liebig\scratch)
Z: user auf "liebig" (via Netz: \\liebig\user), ein Unterverzeichnis für jeden Benutzer (Homedirectory)

Laufwerksbuchstaben: A: bis Z:, also maximal 26, als logische (symbolische) Bezeichnung für ein Laufwerk bzw. eine Partition.

Drucker einrichten

Arbeitsplatz: Drucker
- oder -
Start -> Einstellungen -> Drucker

Einschub: Windows Server - hier via Samba

Server ("Dienstleister"; liebig) - hier werden folgende Dienste (Services) an den "Clients" (Arbeitsplätzen) erbracht:

Anmeldeserver für die Domain "CHEMNET" (DC = Domain Controller)
Fileserver (Export von Dateisystemen)
Druckserver (Laserdrucker)

Andere Dienste werden von Unix-Servern des ChemNet oder der ZEDAT geleistet, u.a.:

Mailserver (@chemie.fu-berlin.de jetzt virtuell)
Nameserver (DNS = Domain Name Server: 160.45.24.21; Slave)
Webserver (www.chemie.fu-berlin.de, userpage.chemie.fu-berlin.de)
FTP-Server (Dateien: ftp.fu-berlin.de)
Usenet News (news.fu-berlin.de)
Timeserver (Zeit über Funkuhr DCF-77: time.fu-berlin.de)
Compute Server (Rechenleistung: soroban.zedat.fu-berlin.de)
NIS-Server (Passwörter etc. unter Unix: ether.chemie.fu-berlin.de)

Netzlaufwerke nutzen

mittels Explorer einbinden oder per Kommandozeile (net use ...)

Kennwort ändern, Neustart, Reset

Nach der Anmeldung (Tastenkombination Strg-Alt-Entf bzw. bei US-Tastatur Ctrl-Alt-Del) nochmals diese Tastenkombination drücken, woraufhin eine Dialogbox erscheint:

Arbeitsstation sperren, Abmelden, Herunterfahren, Kennwort ändern, Task-Manager, Abbrechen.

Warmstart: Herunterfahren -> Neustart
Kaltstart: Reset (Taste am PC-Gehäuse), bei gravierenden Problemen ist Aus- und Einschalten erforderlich.

Ein Beispielprogramm: der Taschenrechner

Aufruf: Start -> Programme -> Zubehör -> Rechner (C:\WINDOWS\SYSTEM32\CALC.EXE)

Bedienung durch Eintippen oder Anklicken mit der Maus.

Interessanter als der einfache Taschenrechner ist der wissenschaftliche (Menüpunkt "Ansicht").

Task-Manager

Auruf:
mit rechter Maustaste leeren Bereich der Task-Leiste anklicken
oder
Tastenkombination Strg-Alt-Entf, Schaltfläche "Task-Manager" (C:\WINDOWS\SYSTEM32\TASKMGR.EXE)

Register: Anwendungen, Prozesse, Systemleistung.
Prozesse: viele Prozesse laufen quasi gleichzeitig ("preemptive multitasking"); bei einer Ein-Prozessor-Maschine erfolgt in Wirklichkeit rasches Umschalten zwischen den Prozessen (Zeitscheiben im ms-Bereich).

Ein Dual-Core-Prozessor kann tatsächlich zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeiten (Quad Core: vier).

Das Dateisystem unter Windows NT

hier: NTFS ("New Technology File System" mit Journaling), das Vor- und Nachteile gegenüber dem älteren FAT32 (32 Bit File Allocation Table) bietet. Vorteile: die Verwaltung von Zugriffsrechten ist möglich, die Dateigröße darf 4 GB überschreiten. Problem: eine evtl. manuelle Reparatur des Dateisystems (z.B. unter MS-DOS) ist nicht ohne weiteres möglich ("Blue Screen Of Death"), kann aber z.B. mit Hilfe eines "Live Systems" erfolgen.

Cluster (Zuordnungseinheiten): Ein Dateisystem verwaltet keine einzelnen Bytes, sondern Mengen von Bytes, wobei die Cluster-Größe vom Dateisystem und von der Größe der betreffenden Partition abhängt. Die minimale Dateigröße ist daher ein Cluster, selbst wenn nur ein einziges Zeichen (1 Byte) gespeichert wird. (Das Einrichten mehrerer kleiner Partitionen auf einer Festplatte kann daher zu einer besseren Ausnutzung der Festplattenkapazität führen!)

Cluster-Größen (Beispiel):
HD-Diskette (1.4 MB): 512 Byte (= 1 Sektor)
NTFS (bis 16 TiB): 4096 Byte

Eine größere Datei besteht aus mehreren Clustern, die auf der Platte hintereinander stehen können, aber nicht müssen. Im letzteren Fall, wenn also die Cluster einer Datei verstreut angeordnet sind, spricht man von Fragmentierung des Dateisystems - da der Lesekopf wild herumspringen muss und der "Cache" (= unmittelbar folgende Cluster!) nicht funktioniert, wird das Arbeiten mit einem stark fragmentierten Dateisystem langsam und ineffizient (-> Defragmentierer einsetzen).

Einschub: Aufbau einer HD-Diskette. 2 Seiten mit Spuren - aber nicht spiralförmig wie bei einer Langspielplatte, sondern in Form konzentrischer Kreise (Zylinder), die wiederum in Sektoren unterteilt sind.
2 Seiten * 18 Sektoren * 80 Spuren * 512 Byte = 1474560 Byte (= 1.4 MB)

(Festplatten bestehen aus Stapeln einzelner fester Scheiben.)

Formatierung einer Diskette (oder Festplatte): Einrichtung der Sektoren ("softsektoriert"), Schreiben des Urladereintrags in den Boot-Sektor, Einrichten der Dateizuordnungstabelle und des Dateiverzeichnisses (Directory, Inhaltsverzeichnis); es verbleibt der Datenbereich.

Explorer: Arbeiten mit dem Dateisystem

(Gemeint ist hier nicht der "Internet Explorer"!)

Aufruf: (z.B.) Rechter (!) Mausklick auf "Start" und "Explorer" auswählen (oder Windows-E).

Üblicherweise links die "Baumdarstellung" (tree) des Dateisystems (Laufwerke und Ordner); einzelne Zweige lassen sich ein- und ausblenden. Das Hauptfenster zeigt den Inhalt des "aktivierten" Ordners. Über das "Ansicht"- Menü lassen sich Art und Umfang der Anzeige konfigurieren.

Wichtige Manipulationen:

Datei kopieren
(bei gedrückter Strg-Taste) Objekt mit der Maus ziehen
Datei verschieben
(bei gedrückter Umschalt-Taste) Objekt mit der Maus ziehen
Verknüpfung erstellen
Tastenkombination Strg+Umschalten drücken, Objekt mit der Maus ziehen
oder: die rechte Maustaste benutzen
Datei umbenennen
aktivieren + weiterer Einfachklick, Namenstext editieren
Datei löschen
Objekt auf den Papierkorb ziehen
oder: aktivieren und ENTF-Taste drücken
endgültig löschen: Umschalt+Entf.
Eigenschaften anzeigen lassen
Kontextmenü aufrufen (rechte Maustaste), Menüpunkt "Eigenschaften" (u.a. Zugriffsrechte bei NTFS)

Ausführbare Programme haben die Dateierweiterung exe (Stapeldateien: .cmd bzw. .bat).

Indirekter Programmstart (Dateierweiterung): In der Regel erkennt das Betriebssystem anhand der Dateierweiterung einer nichtausführbaren Datei, mit welchem Anwendungsprogramm sie beim "Anklicken" gestartet werden soll.

Beispiele:

doc bzw. docx
Word (docx: xml-Dateien als zip-Archiv)
htm bzw. html
Web-Browser
pdf
Acrobat Reader
skc
ISIS/Draw
xls bzw. xlsx
Excel
ppt
Power Point
gif, jpg, jpeg
Bildanzeige oder -bearbeitung

Konfiguration: Ansicht -> Ordneroptionen -> Dateitypen

Dateinamen unter Windows: max. 255 Zeichen (außer \ : * ? " < > |) (MS-DOS: 8+3 Zeichen).

Praktischere Alternative zum Explorer:

Windows Commander bzw. Total Commander, Salamander o.ä.

MS-DOS-Kommandos

Ein Textfenster für MS-DOS-Eingaben (bzw. "Kommandozeile") lässt sich auf verschiedene Weise aufrufen:

Start -> Programme -> Zubehör -> Eingabeaufforderung
     - oder -
Windows-R: cmd

Unter Windows NT steht nur ein eingeschränkter MS-DOS-Befehlssatz zur Verfügung. Zu weiteren Informationen über MS-DOS (Ver. 6.2) siehe z.B.:

Einige einfache DOS-Kommandos:

ver (Return)
Versionsnummer des Betriebssystems
cls (Return)
(clear screen) löscht den Bildschirm
date (Return) (Return)
zeigt (ändert) das Systemdatum
time (Return) (Return)
zeigt (ändert) die Systemzeit
dir (Return)
(directory) Verzeichnisanzeige (s.u.!)
help (Return)
zeigt DOS-Befehle an
set (Return)
zeigt "Umgebungsvariablen" an (oder ändert sie)
path (Return)
zeigt den "Suchpfad" an (oder ändert ihn)
Hinweis: ausführbare Programme werden erst im aktuellen Verzeichnis, dann im Suchpfad gesucht (anderenfalls Fehlanzeige!)

Syntax von DOS-Kommandos:

Parameter, Befehlszusätze (/ Optionsschalter), Umlenkung der Ein- und Ausgabe (Beispiele!).

dir /? (Return)
"/?" zeigt einen Hilfetext an (wie: help dir)
dir c:\winnt (Return)
und alles rauscht vorbei ...
dir c:\winnt /p (Return)
seitenweise Anzeige
dir /od (Return)
sortiert nach Datum
dir /o-d (Return)
umgekehrt sortiert nach Datum
dir /x (Return)
zeigt auch den DOS-Namen
(Windows-Dateinamen: max. 255 Zeichen; DOS: max. 8+3 Zeichen, Beispiel: Rundschreiben.doc => RUNDSC~1.DOC)
help > help.txt (Return)
Umlenkung der Ausgabe: als Datei
format a: (Return)
"formatiert" eine Diskette im Laufwerk a: (Vorsicht!)

DOS-Kommandos zur Manipulation von Dateien und Verzeichnissen:

copy
kopieren von Dateien
del
(delete) löschen von Dateien
del *.*
Platzhalter (Joker, wildcard) "*": alle Dateien im aktuellen Verzeichnis werden gelöscht (Vorsicht!)
(? steht für genau ein Zeichen, * für beliebig viele)
move
verschieben von Dateien
ren
umbenennen von Dateien
cd
(change directory) aktuelles Verzeichnis wechseln
md (= mkdir)
(make directory) Verzeichnis anlegen
rd (= rmdir)
(remove directory) Verzeichnis löschen

Beispiel (Sequenz):

C: (Return)
legt das aktuelles Laufwerk fest
cd \winnt\temp (Return)
wechselt in ein Unterverzeichnis mit Schreibberechtigung
(alternativ: U:\username)
md test (Return)
legt ein Unterverzeichnis namens test an
cd test (Return)
wechselt in dieses Unterverzeichnis
copy con test.txt (Return)
beliebigen Text eingeben, der in die Datei "test.txt" geschrieben wird
(Return)
Strg-Z (Return)
Beendigung der Eingabe
type test.txt (Return)
Ausgabe des Inhalts der Datei "test.txt" auf den Bildschirm
copy test.txt test2.txt (Return)
kopiert die Datei
dir (Return)
Anzeige des Verzeichnisses
del test2.txt (Return)
löscht die Datei "test2.txt"
cd .. (Return)
wechselt das Verzeichnis in eine Ebene höher!
rd (Return)
Fehlermeldung: Verzeichnis ist nicht leer!
rd /S (Return)
jetzt wird der ganze "Verzeichnisbaum" gelöscht!

Zusammenfassung: Wichtige Aufgaben eines Betriebssystems

Literaturhinweis zu Windows, Unix, Word, Excel, Programmiersprachen etc: RRZN-Skripten von der Zedat


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