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1.1 Der Fachbereich in Zahlen und Fakten

Zum Fachbereich Chemie der FU gehören insgesamt etwa 1600 Personen. Davon sind 28 hauptamtliche Professoren, 3 S-Professoren, 7 Honorarprofessoren und 36 apl. Professoren bzw. Privatdozenten, 24 dauerbeschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter (z. B. für Serviceeinrichtungen und im Praktikumsbetrieb), 2 Oberassistenten, 9 wissenschaftliche Assistenten, ca. 100 teilzeit- sowie befristet-beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich z.Z. noch 59 Qualifizierungsstellen, BAT IIa, teilen, 128 sonstige Mitarbeiter (Verwaltung, technische Kräfte, Werkstätten). Diese Mannschaft steht den 614 Chemiestudierenden, 336 Biochemiestudierenden, 93 Lehramtsstudierenden, mehr als 300 Promovierenden (Chemiker, Biochemiker, Physiker u.a.m.) mit Rat und Tat zur Seite (Zahlen: WS 95/96). Organisatorisch unterteilt sich der Fachbereich in die folgenden Institute:

Institut für Anorganische und Analytische Chemie (IAAC)

Institut für Organische Chemie (IOC)

Institut für Physikalische und Theoretische Chemie (IPTC)

Institut für Kristallographie (IK)

Institut für Biochemie (IBC)

Am Fachbereich Chemie der FU lehren und forschen viele renommierte Wissenschaftler, darunter Leibniz-, Dozenten- und andere Preisträger. Viele der Professoren haben wichtige und verantwortungsvolle Funktionen inne, wie DFG-Fachgutachter, Gutachter der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Vorsitz der Bunsengesellschaft, Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Universitätsprofessoren für Chemie (ADUC), Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften, Mitglieder wissenschaftlicher Beiräte und Kuratorien usw. Der Fachbereich ist erfolgreich in der Einwerbung von Drittmitteln, was seine herausragende Wissenschafts-Infrastruktur unter Beweis stellt. So sind zwei Sonderforschungsbereiche mit Sprecherfunktion angesiedelt; ein weiterer befindet sich in Gründung. Mit einer Vielzahl von Teilprojekten sind Mitglieder des Fachbereichs an weiteren Sonderforschungsbereichen beteiligt. Allein im Jahr 1995 wurden Forschungsvorhaben in etwa 100 DFG-Normalverfahren sowie 49 BMBF-, EU- und Industrie-Drittmittelprojekten mit einem Gesamtvolumen von über 10 Millionen DM p.a. vorangetrieben. Die Forschungsergebnisse wurden in etwa 300 wissenschaftlichen Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, deren Bedeutung u. a. in zahllosen Vortragseinladungen seinen Niederschlag findet.

Bezüglich der Ausbildungsleistung des Fachbereichs sei insbesondere auf die Absolventenzahlen verwiesen. Im Mehrjahresdurchschnitt schließen mehr als 80 Studierende ihr Chemie- bzw. Biochemiestudium und etwa 80 Doktoranden ihre Promotion ab.

Diplomabschlüsse Promotionen
Kalenderjahr Anzahl Kalenderjahr Anzahl
1993 90 1993 84
1994 89 1994 78
1995 82 1995 77

Neben der Ausbildung der Studenten hat sich der Fachbereich auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben. Im Mehrjahresdurchschnitt habilitieren sich 4-5 junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, von denen viele an andere Hochschulen als Professoren berufen werden.

Schwerpunkte

An den drei Berliner Universitäten (FU, HU, TU) gibt es jeweils einen Fachbereich Chemie. In der gegenwärtig in Deutschland geführten Spardiskussion erscheint dies manchem Politiker als üppiges "Mehrfachangebot". Die drei Fachbereiche und der Wissenschaftsrat der Bundesregierung vertreten dagegen die Ansicht, daß dies gemessen am Einzugsbereich von Berlin und der Bedeutung, die diese Stadt als Hauptstadt einer der wichtigsten Chemienationen der Welt besitzt, vertretbar und angemessen ist. Natürlich müssen aber die einzelnen Fachbereiche eine vernünftige, d. h. einerseits dem vielfältigen Aufgabenspektrum und andererseits den finanziellen Rahmenbedingungen angemessene Größe und Ausstattung haben und sich in ihren Forschungs- und Lehrprofilen ergänzen. Deshalb haben sich die einzelnen Fachbereiche Schwerpunkte gegeben. Die FU (s. Tabelle) hat den Schwerpunkt Biochemie sogar in Form eines eigenen Instituts realisiert und kommt dem Bedarf nach mehr materialwissenschaftlich orientiertem Profil durch die kürzlich erfolgte Gründung eines Interdisziplinären Forschungsverbunds "Materialforschung" nach. Die drei Fachbereiche streben einen kollegialen und fairen Wettbewerb um Studenten und Mittel an. In einem solchen Wettbewerb wird eine einmalige Chance gesehen, die Qualität von Forschung und Lehre aufrecht zu erhalten bzw. so weit zu heben, daß sich Berlin auch weiterhin zu einem weltweit geachteten Zentrum der Chemie entwickelt.

Zur Lehre

Der Fachbereich tritt nachhaltig für kurze Studien- und vernünftige Promotionszeiten ein, um seinen Absolventen optimale Berufschancen zu verschaffen. Als anstrebenswert gelten für das Studium der Chemie bzw. Biochemie einschließlich Diplomarbeit 9-11 Semester und für die Promotion zusätzlich 5-7 Semester. Diese Zeiten werden bei einer ständig zunehmenden Anzahl von Studierenden durch Motivation (und nicht durch Zwang) auch tatsächlich erreicht. Natürlich setzt dies ein erhebliches Engagement der Studierenden (und Lehrenden!) voraus, was aber erfreulich häufig gegeben ist. Als technische Voraussetzung hat sich der FB moderne Studienordnungen gegeben, die ein weitgehend überschneidungsfreies , allerdings nicht verschultes, Lehr- und Praktikumsangebot vorsehen. Dieses orientiert sich besonders im Hauptstudium an den Schwerpunkten des Fachbereichs und wird ständig aktualisiert. Darüberhinaus gibt es seit kurzem auf studentische Initiative hin ein Mentorenprogramm, an dem sich alle Professoren und sehr viele Studenten beteiligen. Jeder Studierende kann sich unter den Hochschullehrern seinen persönlichen Mentor wählen und mit ihm Probleme beim Studium oder bei der richtigen Berufswahl besprechen. Hierdurch verbessert sich das bereits gute und vertrauensvolle Klima zwischen Lehrenden und Lernenden noch weiter, was letztlich allen am Fachbereich zugute kommt. Nicht wenige der Studierenden vertreten die Ansicht, daß Studieren am Fachbereich Chemie der FU zwar viel Schweiß und Arbeit kostet, aber auch Spaß macht.

Schwerpunkte FB Chemie an der FU

Chemische Struktur und Molekulare und medizinische Chemische und biochemische
Funktion Biochemie Module
Elektronentransfer Regulationsstrukturen von Supramolekulare Chemie
(Photosynthese) Nukleinsäuren und Proteinen
Substraterkennung Neurochemie/Signaltransduktion Repetitive Synthese
(Kombinatorik)
Elektronischer Zustand RNA-Technologie Multienzymkomplexe
Makromoleküle mit spez. DNA-Reparatur Überstrukturdesign
Eigenschaften
Phasengrenzflächen in vitro Evolution kompartimentierte Systeme
(einschl. Oberflächen)
Proteinbioreaktor

Die wichtigsten physikalischen Methoden: Röntgenstrukturanalyse, Synchrotronstrahlung, multidimensionale und Festkörper-NMR-Spektroskopie, Rastertunnelmikroskopie, Laserspektroskopie, Elektronenanlagerung.


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© 1996, Redaktionsschluß: 1996-08-01.