Pine (E-Mail-Programm)

Pine ist ein einfach zu bedienendes Programm zum Verschicken, Lesen und Bearbeiten von elektronischer Post (E-Mail).

Sofern man elektronische Post verschicken möchte und mit der Adressierung noch nicht vertraut ist, möge man sich zuvor darüber informieren: Einführung in Electronic Mail; ein Beispiel für eine Internet-Adressierung findet man hier.

Aufruf: Man startet das Programm auf einem Textterminal oder in einem Terminalfenster durch Eintippen von

pine

Man erhält dann den Anfangsbildschirm mit dem Hauptmenü (Main Menu):

  1. ? - Hilfe
  2. C - Verschicken von E-Mail
  3. I - Lesen von E-Mail (Index)
  4. L - Öffnen eines anderen Mail-Ordners
  5. A - Adreßbuch (Kurznamen, Pseudonyme, Aliase)
  6. O - Sonstiges
  7. Q - Programmende

Je nach gewünschter Funktion drückt man nun die entsprechende Taste (Groß- oder Kleinschreibung unerheblich), um in das betreffende Arbeitsfenster zu gelangen, z.B. "c".

Verschicken von E-Mail

Wenn man E-Mail verschicken möchte, muß man zunächst den "Header" ausfüllen, in dem u.a. die Adresse des Empfängers und das Thema der Mitteilung einzutragen sind.

To:
Adresse des Empfängers; für einen ersten Test geben Sie hier bitte Ihren eigenen usernamen ein, um Mail an sich selbst zu schicken. Für weitere Tests sind Echo-Mailer besonders gut geeignet, z.B. echo@tu-berlin.de . Hinweise zur Adressierung findet man hier, ein Beispiel für eine Internet-Adressierung hier. Es ist auch möglich, eine durch Kommata getrennte Liste mehrerer Empfänger anzugeben.
Cc:
steht für "Carbon Copy", also Kopie. Hier können Sie weitere Adressaten angeben, für die Adressierung gelten die gleichen Regeln wie im "To"-Feld.
Attchmnt:
Hier werden eventuelle Anlagen angezeigt, die man mit Ctrl-J anfügen kann. Auf diese Weise kann man "Multimedia"-Daten (Bilder, Audio, Video) oder auch (binäre) Programme mitschicken, beispielsweise ein GIF-Bild.
Subject:
Hier soll in prägnanter Form das Thema der Mitteilung angegeben werden.

Hinweis: nach Drücken von Ctrl-R erscheint ein erweiterter Header mit den Rubriken "Bcc" (Blind Carbon Copy, dem Empfänger werden die übrigen Adressaten nicht mitgeteilt) und "Fcc" (File Carbon Copy, Voreinstellung sent-mail, Speicherung der ausgehenden Mail).

Message Text

Der eigentliche Text der Mitteilung wird mit Hilfe des Text-Editors pico erstellt. Dieser ist leicht zu bedienen, er erlaubt die Benutzung der Cursor-Pfeiltasten zur Positionierung und bietet einige nützliche Spezialfunktionen wie Absatzformatierung, Einlesen von Textdateien und (englische!) Rechtschreibkorrektur.

Grundsätzlich sollte man folgende Regeln beachten: (1) Zeilen sollten nicht länger als etwa 70 Zeichen sein und sind durch <Return> abzuschließen; im Gegensatz zu Textverarbeitungsprogrammen wie Word (WinWord) erfolgt kein automatischer Zeilenumbruch. (2) Im Hinblick auf Umlaute ist große Vorsicht angezeigt; man sollte sie am besten vermeiden. Generell muß man wissen, daß Umlaute einerseits unterschiedlich codiert werden (DOS, Unix, Macintosh ...), andererseits eine "8-Bit"-Codierung voraussetzen, die von vielen Mail-Systemen nicht richtig verarbeitet wird. (3) Absätze sollte man durch eine Leerzeile voneinander trennen. Ein Absatz läßt sich durch Drücken von Ctrl-J automatisch neu formatieren.

Unterschrift (signature): Eine Signatur (Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Anschrift) wird automatisch in den Text aufgenommen, wenn sie als Datei .signature im Home-Verzeichnis liegt. (Zur Erstellung kann man den Editor "pico" einsetzen.) Sie kann in der aktuellen Mail editiert werden.

Einbindung von Texten: Ein vorbereiteter "ASCII"-Text kann durch Drücken von Ctrl-R eingebunden werden. Es ist der Dateiname anzugeben (ggf. mit Pfad, falls die Datei nicht im Home-Verzeichnis liegt).

Abschicken: Nach Drücken von Ctrl-X (und Bestätigung) wird die Mail abgeschickt. Eine Kopie wird automatisch gespeichert (sent-mail).

Lesen von E-Mail (Index)

Man landet zunächst im Index. Neue Mails haben ein "N" vorangestellt (gelöschte ein "D"), es folgen die laufende Nummer, das Datum, der Absender, die Länge (in Byte) und das Thema. Um die (durch invertierte Anzeige) hervorgehobene Mail zu lesen, drückt man <Return> (oder "v"). "Header" und Inhalt der Mail werden dann angezeigt. Man kann vor- (Leertaste) und zurückblättern ("-"), die Mail speichern ("s"), löschen ("d"), beantworten ("r") oder weiterschicken ("f").

Gespeicherte Mails findet man als Dateien im Unterverzeichnis mail.

Mittels "n" gelangt man zur nächsten Mail, mittels "p" zur davorstehenden, mit "i" zum Index und mit "m" zum Hauptmenü.

Öffnen eines anderen Mail-Ordners

Zunächst arbeitet man mit dem Ordner "inbox", in dem alle neu eingegangenen Mails stehen. Will man hingegen gespeicherte Mails lesen (z.B. "saved-messages") oder Kopien der abgeschickten (sent-mail), so wechselt man den Ordner. Dies geschieht am einfachsten durch Anwählen mit den Cursor-Pfeiltasten und Drücken der <Return>-Taste.

Adreßbuch (Kurznamen, Pseudonyme, Aliase)

Das Adreßbuch hat den Zweck, Mail-Adressen zu verwalten. Außer der Mail-Adresse enthält es den vollen Namen und einen "Alias" (Kurznamen, Pseudonym).

Um einen neuen Eintrag vorzunehmen, drückt man im Adreßbuch die Taste "a" und gibt dann (1) den vollen Namen, (2) den Kurznamen (ein Wort) und (3) die vollständige E-Mail-Adresse ein. Mittels "w" kann man in der Adreßdatenbank suchen. Zum Abschicken einer E-Mail genügt als Adreßangabe der Kurzname.

Weitere Hinweise

Die voranstehenden Hinweise beziehen sich auf pine in der Version 3.89. Weitere Informationsquellen sind die "man pages" zu pine und zu pico und vor allem die Online-Hilfe.

Die Konfigurationsdatei zu pine ist ~/.pinerc, das Adreßbuch ~/.addressbook. Die Mail-Ordner (mit Ausnahme von "inbox"!) stehen als Dateien im Verzeichnis ~/mail.

Existiert eine Datei ~/.signature, so wird deren Inhalt (Signatur, Absenderangabe) automatisch in den Textteil der Mitteilungen aufgenommen.

Hinweis: Obwohl kein direkter Zusammenhang mit "pine" besteht (sondern mit "smail"), soll an dieser Stelle die Möglichkeit erwähnt werden, Mails automatisch weiterzuschicken. Hierzu legt man im Home-Verzeichnis eine Datei namens .forward an, die die betreffenden Adressen enthält.

Weitere Informationen zu Electronic Mail findet man hier.


Burkhard Kirste, 1994/01/18