Claisen-Esterkondensation

Schema:

Esterkondensation Schema

Bei der Claisen-Esterkondensation reagieren zwei Moleküle eines Carbonsäureesters unter Basenkatalyse zu einem β-Ketoester. Beispielsweise reagiert Essigester zu Acetessigester (R1 = H).

Mechanismus:

Esterkondensation Mechanismus

Zunächst wird ein Estermolekül durch eine Base deprotoniert. Anschließend greift das Carbanion die Carbonylgruppe eines zweiten Estermoleküls nucleophil an, unter Bildung einer tetraedrischen Zwischenstufe. Bis hierher verläuft die Reaktion also analog zur Aldoladdition. Nun wird eine Alkoholatgruppe (Alkoxidgruppe R2-O-) abgespalten, unter Rückbildung eines sp2-hybridisierten Carbonyl-C-Atoms (SN2t-Mechanismus). Wichtig ist, dass das α-ständige H-Atom (das zwischen zwei Carbonylgruppen steht) acider ist als der Alkohol (R2-OH), so dass abschließend eine Deprotonierung erfolgt. Dadurch wird das Gleichgewicht auf die Seite des Produkts verschoben. Der eingesetzte Ester muss folglich mindestens zwei α-ständige Wasserstoffatome haben.

Dieckmann-Kondensation

Dieckmann Schema

Die intramolekulare Variante der Claisen-Esterkondensation bezeichnet man als Dieckmann-Kondensation. Damit lassen sich Fünf- bis Siebenringe aufbauen. Eine mögliche Konkurrenzreaktion ist die Acyloinkondensation.

Literatur

T. Laue, A. Plagens: Namen- und Schlagwort-Reaktionen der Organischen Chemie. Teubner Studienbücher, Stuttgart 1994.

Codierung

Reaktionsschema: 2 RRCHCOOR → ROH + RRCHCORRCCOOR

Reaktionscode: -RRCHCOOR*2+ROH+RRCHCORRCCOOR


Autor: BKi