EPR-Untersuchungen an Bi-, Ter- und Quaterthiophen-Radikalkationen

B. Kirste, P. Tian und G. Engelmann

Institut für Organische Chemie der Freien Universität Berlin, Takustr. 3, 14195 Berlin-Dahlem.

Oligothiophene haben u.a. als Bestandteile mesogener Verbindungen Verwendung gefunden, und sie sind z.B. auch als Abstandshalter (Spacer) in Photosynthese-Modellverbindungen von Interesse.

Gegenstand der hier vorgestellten Untersuchungen sind die Radikalkationen von 5,5'-Dimethyl-2,2'-bithiophen sowie der homologen Ter- und Quaterthiophene. Die Radikalkationen wurden in Trifluoressigsäure erzeugt; in Deuterotrifluoressigsäure wird ein rascher H/D-Austausch der Thiophen-Ringprotonen beobachtet. Die Anwesenheit der Methylsubstituenten ist zur Stabilisierung der Radikale erforderlich.

Die Hyperfeinkopplungskonstanten wurden mit Hilfe von Spektrensimulationen bzw. automatisierten Analyseprogrammen ermittelt und die beobachteten Spindichteverteilungen unter Heranziehung von MNDO- und RHF-INDO/SP-Rechnungen interpretiert. Prinzipiell können trans- und cis-Konformere auftreten, die bei Raumtemperatur offenbar rasch äquilibrieren. (Im Falle analoger Anionradikale wurden bei tiefen Temperaturen Rotationsisomere beobachtet.)


Burkhard Kirste, 1995/05/15