Bildungswesen

(Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Stand von 1993.)

Allgemeinbildende Schulen

Das Berliner Schulsystem ist vielgliedrig. Die Grundschule erstreckt sich über die ersten sechs Jahre. Neben Gymnasien, Hauptschulen und Realschulen gibt es auch etliche Gesamtschulen.

Seit Beginn des Schuljahres 1991/1992 wird in ganz Berlin nach denselben Unterrichtsplänen und in demselben Schulsystem unterrichtet. Trotzdem wird es noch einige Zeit dauern, bis Schulgebäude, Ausstattung und Unterrichtsgestaltung in Ost und West nicht mehr typische Unterschiede aufweisen.

In den Schuldienst des neuen Landes Berlin sind alle Ost-Berliner Lehrer übernommen worden, soweit sie dies wollten. Lediglich wenigen wurde die Weiterbeschäftigung verwehrt, weil sie mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR verstrickt waren oder ihnen die formalen Voraussetzungen fehlten.

Berufsschulen

Weitgehend neu aufgebaut werden mußten die Berufsschulen in Ost-Berlin, da diese in der DDR meistens den Betrieben angegliedert waren. Die Berufsschulen sind nach Berufsfeldern gegliedert und für das gesamte Stadtgebiet organisiert. Sie sind mit Berufsfachschulen und Fachoberschulen in Oberstufenzentren integriert. Hier findet sehr stark die Vermischung von Schülern und Lehrern aus dem Westteil und dem Ostteil Berlins statt.

Besondere Schulen

Neben den "üblichen" gibt es in Berlin einige besondere Schulen. An der John-F.-Kennedy-Schule, die zu gleichen Teilen von deutschen und amerikanischen Kindern besucht wird, werden die Fächer in Deutsch und Englisch unterrichtet, am Französischen Gymnasium ist die Unterrichtssprache nach einer Eingliederungsphase auch für die deutschen Kinder Französisch.

Einige weitere Schulen haben bilinguale "Züge", in denen einige Fächer dann in einer Fremdsprache unterrichtet werden. Zur Zeit gibt es deutsch-englische, deutsch-französische, deutschrussische und deutsch-spanische Züge.

Mit dem Schuljahr 1992/1993 nahm die Staatliche Europa-Schule Berlin an sechs Standorten (vier im Westteil, zwei im Ostteil der Stadt) ihre Arbeit auf. Ausländische und deustche Kinder werden an ihr in einer der Fremdsprachen Englisch, Russisch oder Französisch sowie in Deutsch unterrichtet. Angestrebt wird, daß die Klassen zu 50% von Kindern besucht werden, deren Muttersprache die jeweilige Fremdsprache ist.

Einige Berliner Schulen haben einen Förderschwerpunkt in den Bereichen Musik, Ballett oder Artistik. Die frühereren Kinder- und Jugendsportschulen Ost-Berlins wurden mit dem Schuljahr 1991/92 so umgestaltet, daß in ihnen schulische Bildung und die Ausprägung eines besonderen sportlichen Talents bzw. leistungssportliches Training miteinander verbunden werden.

Hochschulen

An den Berliner Hochschulen studieren rund 150.000 Studenten. Über 20.000 Wissenschaftler sind hier tätig. Die größten Einrichtungen sind die drei Universitäten: Freie Universität (61.000 Studenten), Technische Universität (37.000 Studenten) und Humboldt-Universität (19.000 Studenten), die kleinste ist die Europäische Wirtschaftshochschule, an der rund 100 Studenten eingeschrieben sind.

Auch an den Universitäten findet eine immer stärkere Vermischung von West- und Ost-Berliner bzw. west- und ostdeutschen Studierenden statt. In mehreren Fachbereichen der Berliner Universitäten liegt der Anteil aus dem jeweils anderen Teil Deutschlands bzw. Berlins schon bei einem Drittel.

Forschungseinrichtungen

In Berlin gibt es außerhalb der Universitäten rund 220 staatliche und private Forschungseinrichtungen, darunter so bekannte wie BESSY (Berliner Elektronenspeicherring - Gesellschaft für Synchrotronstrahlung), das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), drei Institute der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung. Auch die Max-Planck-Gesellschaft, die im Juni 1992 beschlossen hat, ihren juristischen Sitz nach Berlin zu verlegen, unterhält hier sechs Institute.



(C) 1993 Presse- und Informationsamt Berlin

HTML version: Vera Heinau (03.03.94)